Im Lebenszyklus eines Social Networks kommen als erstes die Early Adopter. Ein kleiner Kreis der Nutzerschaft, der möglichst bald dabei sein will. Hält die Idee, was sie verspricht, wird der Dienst immer bekannter und populärer. Immer mehr User melden sich an. Irgendwann, wenn die kritische Masse erreicht ist, wird ein Netzwerk schließlich auch für Unternehmen interessant. Man will dabei sein, präsent sein und wenn es geht sollte es möglichst wenig Aufwand bedeuten. Kurz vor diesem Moment sind wir in Österreich gerade mit Instagram. Es ist noch nicht ganz so populär, dass man unbedingt als Unternehmen vertreten sein muss, aber für ein paar Early Adopter-Brands hat es schon gereicht. Ich sogar schätzen, dass mehr Österreicher auf Instagram als Twitter vertreten sind. Deswegen verwundert es mich, dass es bisher noch nicht mehr Unternehmen auf Instagram geschafft haben.

Trotzdem nehme ich diesen Moment als Anlass um eine kleine Rundschau zu machen, was man als Unternehmen genau nicht machen sollte, wenn man sich auf unbekanntes Terrain (read: Instagram) begibt. Bei einem Unternehmen erkennt man genau, ob die Social Media-Manager etwas von dem jeweiligen Social Network verstehen, oder eben nicht. Das sieht man aktuell bei Twitter und das wird man auch bei Instagram beobachten können. Unternehmen, die ihre Meldungen 1:1 von Facebook auf Twitter durchposten werden nicht viel Engagement erreichen. Genauso bei Instagram. Jedes Social Network hat seine eigenen Regeln, seine eigenen Do und Don’ts. Seine eigenen Inhalte, die gut funktionieren. Wenn man diese Sachen nicht kennt oder sie auch noch grob missachtet, wird man sich über kurz oder lang unbeliebt machen. Punkt.

Bestes Beispiel: Ein Unternehmen postet einen Tweet, der eigentlich für alle Follower gedacht wäre und beginnt mit „@username“. Dadurch erreicht es nur einen sehr eingeschränkten Followerkreis. Ein Klassiker. Sieht man fast jeden Tag. Dabei hätte man nur einen „.“ (Punkt) ganz am Anfang vor den @username machen müssen und schon wäre der Tweet an alle Follower adressiert gewesen. So einfach ist es … wenn man es halt weiß.

Wenn Herr/Frau Social Media Manager nun aber noch nie auf Twitter unterwegs war, weiß er/sie das natürlich nicht. Genauso wenig weiß er/sie dann auch, wie man auf Twitter eigentlich so miteinander kommuniziert und umgeht und welche Inhalte dort funktionieren.

Das selbe gilt natürlich auch für Instagram. Instagram ist nicht nur „so eine Foto-App mit Filtern“. Instagram ist viel viel mehr. Es ist genau wie Facebook oder Twitter eine Community, bei der es wiederum eigene Regeln gibt. Als Unternehmen bekommt man auf Instagram die Chance sein Markenbild und Image zu lenken. Wenn man es nur richtig macht. Man kann auf Instagram geschickt Einblicke hinter die Kulissen geben, durch ein paar kluge, kreative oder auch einfach nur schöne Fotos viele Likes abstauben. Man bekommt die Gelegenheit User-Generated Fotos einzubinden und durch Hashtags seine größten Fans für einen sprechen lassen. Es geht viel mehr um authentischen Content. Am besten direkt vom Smartphone aus. Es muss kein hochglanz Foto sein, dass 5 Stunden perfekt retuschiert wurde.

Ganz im Gegenteil: Die klassischen Werbesujets sind fehl am Platz. Genauso wie man private Instagram-User nicht gern hat, die Fotos von der Spiegelreflexkamera auf Instagram hochladen. Nur, dass man zu Freuden und Bekannten auf jeden Fall mehr Bindung hat als zu irgendeinem Unternehmen. Der Entfolgen-Button ist bei einem Unternehmen viel schnell gedrückt als bei einer realen Person mit Bezug – was schlechten und „falschen“ Content zu einem gefährlichen Spiel macht. Erst heute habe ich Runtastic auf Instagram wegen genau diesem Verhalten entfolgt. Ursprünglich wegen der Erwartung von coolem Sport-Content und Fotos abonniert, wurden dann nur Werbebotschaften gepostet, die direkt aus Photoshop kommen. So macht man sich keine treuen Follower auf Instagram.

Aber zum Glück gibt es auch positive Beispiele. Unternehmen, die Instagram begriffen haben. Und ich traue mich zu wetten (bzw. weiß ich das teilweise bei den österreichischen Brands zumindest), dass am anderen Ende ein Social Media Manager sitzt, der Instagram versteht. Und vielleicht sogar privat erfolgreich darauf vertreten ist. Man stellt ja auch keine Person als Gärtner an, wenn sie noch nichtmal ihre eine Zimmerpflanze gießen kann. Aber jetzt genug gemotzt, ich glaube man versteht meine Intention für den Post – kommen wir jetzt zu ein paar hervorragenden Beispielen:

1. Oreo

Die Leute von Oreo sind ja bekannt für ihre Social Media Aktivitäten. Natürlich ist der Instagram-Account auch keine Enttäuschung. Hier sieht man, dass man sich zwar viel Aufwand machen kann, es deswegen aber nicht unauthentisch wirken muss.

This cookie is like sunshine. For your mouth. #Oreo #OreoPerspectives

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2. Starbucks

Starbucks macht sehr vieles richtig. Zum einen werden Gasteinsendungen über #Starbucks gepostet, zum anderen passende Fotos zu aktuellen Themen.

Ready, steady, #PSL #stackit #pumpkin #love #Fall #boots

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Sorry snowman. This is happening. #Coffee #HolidayBlondeRoast #Cookie #Snowman #Nomnom

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3. Burberry

Burberry versucht am Instagram Channel den Charme Londons einzufangen. Zusätzlich gibts Behind the Scenes-Footage.

This December, wake up for a festive sunrise

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4. Pitztal

Berge, Schnee und Powder. Funktioniert zumindest für mich :-)

5. Stiegl

Stiegl postet nicht nur Werbefotos, sondern teilweise auch einfach was sich so um die Stiegl Brauerei in Salzburg tut. Das reicht für einen tollen Instagram Channel.

Don't know what to do with an empty can? => http://bit.ly/uhr_bierdose

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6. Mjam

Essen + Instagram. Eine Lovestory. Obwohl eigentlich noch deutlich mehr drin wäre :-)

7. Uni Wien

Studenten sind wahrscheinlich die instagram-affinste Zielgruppe die man haben kann. Deswegen ist der recht junge Channel wahrscheinlich auch so erfolgreich und kassiert trotz weniger Follower sehr stattliche Like-Zahlen.

Fast wie in Hogwarts. #bibliothek #lernen #uni #univienna #uniwien #bib #studieren #harrypotter

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7. Marcel Hirscher

Eigentlich kann man den Marcel Hirscher ja nicht als Unternehmen sehen, als Brand jedoch schon. Er macht sein Instagram Profil jedenfalls ziemlich gut. Keine Ahnung, ob er das privat alles selbst macht oder jemand für ihn. Von ihm können sich so einige Unternehmen etwas abschauen. Egal ob auf Instagram oder Twitter.

My #perspective #beavercreek #ontheslope

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Kennt ihr noch andere gute (österreichische) Brands auf Instagram? Würde mich über mehr Beispiele in den Kommentaren freuen. Außerdem würde es mich interessieren was ihr über das Thema denkt :-)

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