Ungefähr fünf Monate ist es aus, dass Twitter für Nutzer in den USA plötzlich ein neues Tab in der App-Navigation freigeschaltet hat. Moments heißt das Feature, mit dem gleich mehrere Probleme des Dienstes auf einem Schlag gelöst werden sollen. Immer wieder wird dem Dienst nämlich vorgeworfen, dass es zu schwierig sei, interessante Inhalte zu entdecken und den richtigen Leuten zu folgen. Auch das Verfolgen von zusammenhängenden Themen und Stories gestaltet sich – gerade für Neueinsteiger – schwierig. Genau diese Probleme sollen Twitter am künftigen Wachstum hindern und deswegen versucht der Dienst mit Moments die Antwort darauf zu finden.

Einzelne Tweets werden zu einer durchgehenden Story zusammengefasst und lassen sich per Swipe nach links oder rechts konsumieren. Multimediale Inhalte, wie Videos, Vines und Fotos, peppen die Momente auf und verleihen dem Ganzen die notwendige Frische. Alles wird getrimmt auf das eine Ziel: Zu zeigen, warum Twitter großartig ist und wie viele Facetten der Dienst hat. Mit dem Content, der bereits auf Twitter ist. Während „Discovery“ auf Snapchat darauf setzt, dass Publikationen und Medienunternehmen viel Geld in die Hand nehmen, um Original-Content für die Plattform zu produzieren, setzt man bei Twitter Moments auf bestehende Inhalte. Mit Journalisten, die ihre News noch vor dem Artikel auf Twitter berichten, Promis, die ihr Leben mit den Followern teilen, und ganz normalen Leuten, die Breaking News direkt vom Ort des Geschehens in Echtzeit twittern, hat man einen großen Vorteil auf der eigenen Seite: Inhalte.

Die Guidelines für Kuratoren von Moments unterstreichen die Ausrichtung des Features:

Moments is designed to help people find great content on Twitter. Our own curators do not act as reporters or creators of original content; instead, they organize and present compelling content that already exists on Twitter in a straightforward, easy-to-consume way.

Die Aufgabe von Moments ist es, diese Inhalte so leicht konsumierbar zu machen wie möglich. Moments werden in verschiedene Themen aufgeteilt und täglich neu erstellt: Von Nachrichten, Politik über Sport und lustige Inhalte zum Zeitvertreib ist alles dabei. Handelt es sich bei dem Moment um ein größeres Event über das in Echtzeit berichtet wird, (wie zum Beispiel der Oscar-Verleihung), kann man dem Thema auch folgen: Die eigene Timeline wird dann mit zusätzlichen Tweets über den Moment angereichert. Ist das Event vorbei, verschwinden diese temporären Abos wieder von der Timeline.

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Derzeit werden Twitter Moments noch von Menschen kuratiert. Wohl einer der Gründe, warum das Feature bisher nur in wenigen Ländern verfügbar ist. Wer auch außerhalb dieser Länder in den Genuss von Moments kommen will, sollte dem Twitter Account @TwitterMoments folgen. Hier twittert das Moments-Team Inhalte, die man weltweit aufrufen kann. Ich kann nur jedem empfehlen, diesem Account zu folgen. Ein paar Beispiele dafür:

Twitter Moments zeigt, wohin die Reise von Twitter in den nächsten 10 Jahren geht. Ich hoffe, dass es das Moments Feature bald in weitere Länder schafft –  oder zumindest, dass wir die Möglichkeit bekommen, durch Opt-In weltweit auf das Moments-Tab zuzugreifen.

 

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