Was von vielen nur als „Blogger-Konferenz“ gesehen wird, ist mittlerweile viel mehr. Die re:publica positioniert sich immer mehr als Konferenz für die „digitale“ Gesellschaft. Für uns alle. Jeder, der das Internet nutzt, jeder, dem Technik im täglichen Leben weiterhilft und jeder, dessen Leben von den digitalen Errungenschaften beeinflusst wird. Und genau diese digitale Gesellschaft – also im Endeffekt wir alle – wird seit fast einem ganzen Jahr massiv bedroht. Man könnte es auch als ausgenutzt, betrogen, verraten oder im Stich gelassen bezeichnen. Von niemand geringerem als unserem eigenen Staat, unserer Regierung und der EU. Der NSA-Überwachungsskandal in den USA – von dem ich ausgehe, dass wir erst die Spitze des Eisbergs sehen – zeigt, wie ohnmächtig die digitale Gesellschaft eigentlich ist. So schnell wie Empörung und Wut nach dem Bekanntwerden eines weiteren Details hochgeht, so schnell ist sie auch wieder weg. Konsequenzen für Verantwortliche gibt es kaum. Die Politik und damit meine ich sowohl Europa als auch die USA – sitzt die Probleme einfach aus, bisher hat sich kein anhaltender und ernstzunehmender Protest entwickelt. Sascha Lobo nennt in seinem diesjährigen Vortrag das Kind endlich einmal beim Namen und ruft dazu auf, dass die „Hobby-Lobby“ der Netzgemeinde zur professionellen Lobby aufsteigt und sich für das freie, sichere Internet einsetzt. Aber auch, dass die breite Bevölkerung endlich begreifen muss, dass der Einsatz dafür nicht nur von ein paar Leuten kommen darf, sondern dass wir uns alle dafür ins Zeug legen müssen. Und er stellt auch klar, dass ein Tweet oder Like dafür nicht genug ist.

Verdammt nochmal, es ist unser Internet. Wir müssen uns darum kümmern. 

Auch wenn ich eigentlich kein Fan von Lobo bin, hat er es dieses Jahr auf den Punkt gebracht. #Spähangriff und #Totalüberwachung gehört bekämpft. Und es liegt an uns, das zu tun.

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