Bei der Apple Watch hatte ich  schon vor der Keynote nur eines im Auge. Und zwar, dass die Uhr ein perfekter Lauf-Begleiter werden könnte und alle meine anderen Sport-Gadgets ersetzen wird. Ein Gerät, dass meine Nike+ Sportswatch, einen Smartphone/Musik-Player und den Puls-Brustgurt in einer kleinen Uhr am Handgelenk vereint.

 

Und auch während der Keynote lief alles gut. Meine Euphorie war dementsprechend groß. Speicherplatz für Musik und Podcasts, check. Bluetooth für wireless Kopfhörer, check. Pulsmesser, check. Third Party-App-Support für eine Nike+ App, check. Apple hat sogar eine eigene Sport-Linie angekündigt, die leichter, günstiger und besonders widerstandsfest ist. Das ganze wurde getoppt von einem minutenlangen Video mit motivierten Sportlern, das gezeigt hat, wie Ernst es Apple mit der Fitness-Crowd meint.

Ich stellte mir in Gedanken schon vor, wie die Apple Watch alle Gadgets ersetzt. Den Puls-Brustgurt kann man dank Sensor auf der Unterseite zuhause lassen. Die Musik-/Podcast-Funktion mit integriertem Speicherplatz (!) ersetzt das Smartphone und dank Bluetooth-Kopfhörer bekommt man diese kabellos ins Ohren geliefert. Das Hochladen zu Nike+ erledigt eine App, die Nike sicherlich herausbringt.

Und dann bricht das Kartenhaus zusammen, denn bei der wichtigsten Funktion für die perfekte Lauf-Uhr, hat Apple gespart. Die Uhr selbst hat nämlich keine Möglichkeit über GPS die Position zu bestimmen. Diese Funktion wird erst freigeschaltet, wenn ein iPhone mit der Uhr verbindet. Und mit einem zusätzlichen iPhone beim Laufen verliert die Apple Watch auch wieder alle Vorteile, weswegen sie interessant wäre. Im Grunde ist sie dann nämlich nur mehr Pulsmesser. Und die Pulsdaten würde ein billigerer Brustgurt auch aufs iPhone liefern, weswegen man die Uhr getrost wegrationalisieren kann und wir wieder am Anfang der Diskussion sind.

Es bleibt die Hoffnung, dass die Apple Watch in ihrer derzeitigen Form nur eine Version 1 ist und man nächstes Jahr mit einem verbesserten Modell rechnen kann. Wie es so oft bei neuen Produkten von Apple ist, können erst spätere Versionen das volle Potenzial einer Idee entfalten. Vorerst bleib ich aber dabei: Keine Apple Watch für mich. Und das nur wegen einem „kleinen“ Feature.

Kommentare

  • Ich hohle sie mir dennoch Fabian!
    Aber ich muss schon sagen dein Blog ist immer wieder gut!
    Respekt!

  • Geil was sie Siri da schon wieder hohl von sich gibt am Morgen;)

  • Stefan

    Ich verstehe dich schon, natürlich wäre das von dir erdachte ideal. Nur wenn sogar Nike das Feld verlässt und keine Sportwatch mehr produzieren will, warum sollte sich Apple dem Konkurrenzkampf mit Garmin, Polar und Suunto antun?

    Diejenigen die einfach so laufen sind mit einer Handyapp bedient. Alle die das etwas ernster angehen, haben schon eine Uhr und würden wohl auch nicht auf Apple wechslen, selbst mit eingebautem GPS Empfänger.

    Bleibt nur noch das Feld derer, die von App auf Uhr wechseln wollen. Aber vielleicht folgt das ja mit der 2ten Generation.

    • Ich glaube, dass der Markt für Fitness/Laufuhren aber ein besonders attraktiver ist. Vor allem weil die Leute eh gewohnt sind, bei Puls/Lauf-Uhren 100-300 € hinzulegen. Wenn das ganze dann noch mit einer kompletten Smartwatch kommt, umso besser.

      Die Leute könnte man künftig besonders einfach zu Kunden machen glaube ich. Vor allem weil der Mehrwert stimmt.

  • Super interessanter Blog-Post! War mir bisher gar nicht bewusst, dass die Apple Watch fürs Laufen so perfekt/aufgelegt wäre, wenn sie GPS hätte. Das sie das nicht selbst eingebaut hat, hab ich bisher komplett verschlafen :) Wohl ein Akku-Thema. Ich träume ja schon lang, dass ich zum Laufen nicht so viel mithaben brauche. Handy stört extrem (und es gibt so wenig sinnvolle Möglichkeiten das Handy überhaupt wo einzustecken). Die Saison, die ich mit Brustgurt gelaufen bin, war ich auch kein Fan davon. Wäre also am Handgelenk auch besser aufgehoben.

    Dann lass uns ein Jahr warten! :) Ich freu mich schon. Dann sind die Uhren hoffentlich auch hübscher und dünner.

  • Hi Fabian, da du ja an Lauf-Gadgets interessiert bist, schau dir mal das „The Dash“-Projekt von Bragi auf Kickstarter an. Ist zwar ein komplett anderes Produkt als eine Uhr, aber es scheint mir gerade für Leute, die gern mit Musik laufen, der wesentlich interessantere Ansatz zu sein.