Vor ziemlich genau einem Monat hat Nokia zusammen mit Microsoft die geplante Zusammenarbeit der beiden Unternehmen im Mobilfunk-Bereich bekannt gegeben. Spannendster Punkt des Deals ist, dass der finnische Mobilfunkhersteller in seinen kommenden Smartphones auf das brandneue Windows Phone 7-Betriebssystem von Microsoft setzt und das hauseigene Symbian-System nur mehr im Low-End-Bereich zum Einsatz kommt. Dass ich kein wirklicher Fan von Symbian bin, hat man beim letzten Review des Nokia N8 schon lesen können, deswegen bin ich auch ziemlich froh über Nokias Schritt, sich für die Zukunft externe Hilfe im Softwarebereich zu suchen. Umso gemeiner ist es, dass ich die letzten drei Wochen ein Nokia C7 daheim hatte, und damit die Software-Schwachstellen des Betriebssystems direkt vor meinen Augen hatte. Dafür überzeugte ein weiteres mal die hervorragende Verarbeitungsqualität und die Hardware des neuesten Nokia-Sprösslings. Im folgenden Test werde ich nicht mehr so sehr auf die Software-Seite des Geräts eingehen – diese habe ich im N8-Test bereits ausführlich erläutert – sondern mich eher auf die Hardware konzentrieren.

Erster Eindruck

Wie auch das Nokia N8 fühlt sich der “kleine Bruder” Spitzenklasse an. Die Außenhülle ist zwar aus Plastik, fühlt sich aber trotzdem ausgesprochen solide an und knarzt an keiner Stelle – egal wo und wie man das Gerät in der Hand hält.  Mir gefällt das Design wesentlich besser als die Form des N8. Es wirkt sehr edel und gut durchdacht.

Ausstattung

Wie beim N8 bekommt man auch beim Nokia C7 alles was das Herz begehrt: Integriertes WLAN, UTMS (inkl. HSDPA und HSUPA), GPS mit Kompass und Bluetooth 3.0. Beim integrierten Speicherplatz wurde dafür ein wenig gesparrt, aber immerhin kann man die 8 GB durch einen MicroSD-Slot beliebig erweitern. Der USB-Port unterstützt ebenfalls den “USB On-the-go”-Standard, wodurch das Smartphone einige USB-Host-Funktionen übernimmt und so Daten von USB-Sticks oder Digitalkameras auf das Gerät übertragen kann. Eine wirklich praktische Funktion, wenn man oft unterwegs ist und nicht immer und überall einen Laptop bei sich hat.

Hardware

Bei den inneren Werten hat sich Nokia auf einen ARM 11-Prozessor mit 680 MHz Taktrate verlassen, der nicht mehr ganz dem heutigen Stand der Technik entspricht, aber immerhin noch gut mit dem Symbian-Betriebssystem zurecht kommt. Außerdem wurden dem C7 nur 256 MB Arbeitsspeicher spendiert, was ebenfalls als unzeitgemäß zu bezeichnen ist. Die Konkurenz à la HTC rüstet seine Geräte mittlerweile mit 1,5 GB aus. Dafür gibt es ein kapazitives AMOLED Touch-Display mit einer Auflösung von 640 x 360 Pixeln und einem 16:9 Seitenverhältnis.

Software

Wie bereits erläutert kommt noch immer das Symbian-Betriebssystem zum Einsatz. Mit dem Ovi-Store lässt es sich zwar beliebig erweitern, es fehlt aber einfach die benutzbare Oberfläche, die man von Android oder iOS gewohnt ist. Das fängt schon bei den Einstellungen an, wo zwar alles irgendwo in unzähligen Menühierarchien versteckt ist, aber man es nie auf den ersten Versuch findet. Ein anderer Punkt ist das Onscreen-Keyboard, dass nur im horizontalen Betrieb wirklich verwendbar ist. Hällt man das C7 beim Tippen vertikal, kommen die von normalen Handys bekannten Zifferntasten und man muss wie in der Steinzeit für ein “c”, dreimal auf 1 tippen.

Fazit

Wie beim Nokia N8 hat auch das C7 das größte Kritikpunkt auf das Symbian-Betriebssystem. Bei der Verarbeitung ist der finnische Hersteller wie bisher gewohnt weiterhin Top, leider hinken schön langsam aber auch die verbauten Hardware-Teile der Konkurrenz hinterher. Mir gefällt das C7 rein vom Design viel besser als das N8 und denke das die schlankere Smartphone einige Anhänger findet. Angesichts der Zukunft von Symbian halte ich es aber für keine Idee jetzt noch auf dieses System zu setzen. Es bleibt die Furcht, dass die Updates irgendwann eingestellt werden und auch der Ovi-Store seine Entwickler verliert. Und wer will ein Smartphone ohne aktuelle Apps?