Reiseführer sind so eine Sache. Einerseits früher praktisch wenn man sich in einer Stadt so gar nicht auskennt und nicht weiß, was man sich anschauen soll, wohin man am besten essen geht, wo die Hotspots im Nachtleben sind, (…). Andererseits als Buch von Natur aus statisch, nicht personalisiert auf den eigenen Geschmack, nicht immer auf dem neuesten Stand und ohne Wissen, wo gerade etwas los ist.

Seit letztem Sommer plagt mich deswegen immer wieder der Gedanke, ob denn nicht das Konzept eines statischen City Guides bereits komplett überholt ist. Und ob man sich bei einer Städtereise – mobiler Internetzugang vorausgesetzt – nicht ganz auf digitale Tools und das Internet verlassen sollte. Allein eine Suche bei Google ergibt genügend Vorschläge, was man sich in einer Stadt unbedingt ansehen sollte und welche Sehenswürdigkeiten eher interessant sind, welche weniger. Wikipedia liefert die nötigen Hintergrundinformationen und Geschichtliches, Wikitravel die besten Anreise, Mobilitätshinweise und sonstige Reiseinformationen. Google/Bing/Nokia Maps helfen bei der Navigation und sorgen dafür, dass man sich nie verirrt.

Das hört sich bisher alles gut an, aber das wichtigste Detail, warum ich in Zukunft eher auf meinen gedruckten Reiseführer verzichte, ist der Dienst Foursquare. Als regelmäßiger Nutzer in Wien kenne ich die Vorzüge und Funktionen bereits – immerhin hat mir 4sq zu dem ein oder anderen guten Lokal verholfen. Die Frage ist nur, kann man sich darauf auch in anderen Städten verlassen und ersetzt es einen City Guide?

Die vergangenen zwei Wochen in New York waren die perfekte Gelegenheit, die Hypothese selbst auf die Probe zu stellen. Mit dem oben beschriebenen Tools im virtuellen Gepäck ging es auf Erkundungstour durch Manhattan und ich muss sagen, es war ein voller Erfolg. Hat man normalerweise zwei oder drei Glückstreffer bei den Lokalen, hat uns Foursquare dieses mal konsequent zu attraktiven Places geführt und interessante Alternativen vorgeschlagen, die man sonst wahrscheinlich nicht finden würde.

Gerade in großen Städten mit einer aktiven Foursquare-Userbase kommt man mit der integrierten Entdecken-Funktion und den Trending-Places an Empfehlungen, die direkt von den Einheimischen stammen. Man sitzt also direkt an der Quelle und findet unglaublich viele versteckte Schätze, was Cafès, Restaurants und Bars betrifft. Genau an diese Infos kommt man niemals durch den 0815 City Guide – hier macht es Sinn, auf die „local people“ zu vertrauen. Dabei sollte man unbedingt auf die Tipps der Venue achten – diese geben Aufschluss über empfohlene Getränke oder warum dieser Platz auf Foursquare gerade so beliebt ist. Beispielsweise, dass das Cafè um die Ecke ihren Kaffee mit einer 20.000 USD Kaffeemaschine braut oder, dass man am besten zu den Waffeln mit Chicken greifen sollte, weil diese das lokale „Nationalgericht“ sind.

Auch Listen geben auf Foursquare interessante Empfehlungen. Entweder man vertraut auf öffentliche Listenvorschläge von Foursquare selbst oder recherchiert im eigenen Freundeskreis nach passenden Vorschlägen. Meine NYC-Favorites-Liste findet sich übrigens hier!

Für mich war diese Erfahrung allemal ein Erfolg und Foursquare wird mit hoher Wahrscheinlichkeit fixer Bestandteil weiterer City-Trips :)