Während Spotify bereits seit Oktober 2008 in Schweden am Markt ist, mussten sich andere Länder in Europa bisher gedulden. Stück für Stück kamen im Laufe der Monate neue Länder zur Liste der Glücklichen hinzu. Als zehntes Land kommt seit heute auch Österreich in den Genuss des Musik-Dienstes. Was sich hinter dem Hype versteckt und warum so viele ganz euphorisch von dem Service berichten, erfahrt ihr in diesem Report:
Spotify, kurz und bündig!
Spotifys Vision ist es, die umfassendste Musiksammlung mit Zugang zu mehreren Millionen Musiktiteln zur Verfügung zu stellen. Und zwar jederzeit und überall. Egal ob man im trauten Zuhause sitzt, unterwegs ist oder im Büro arbeitet. Möglich wird dies, indem die Songs nicht mehr wie bisher auf der Festplatte gespeichert, sondern direkt aus dem Internet gestreamt werden. Eine spezielle Streaming-Technologie verhindert Probleme wie eine lange Buffer-Zeit. Wie vom bisher benützten Player gewöhnt genügt weiterhin ein Klick auf den Play-Button und der Musikgenuss beginnt. Spotify schafft es wahnsinnig gut den komplexen technischen Hintergrund zu verbergen und dem User eine gewohnte Experience zu bieten – obwohl sich kein einziges Lied auf der lokalen Festplatte befindet.

Das klingt toll, wo ist der Haken?
Es gibt eigentlich (fast) keinen Haken, der Service ist sogar die ersten 6 Monate völlig kostenlos – unlimitiert! Einzig Werbe-Unterbrechungen muss man in Kauf nehmen. Nach den 6 Monaten ist der Zugriff auf 20 Stunden Musikhören pro Monat beschränkt, was ungefähr 25 Alben und 300 Titeln entspricht. Will man nicht durch Werbung gestört werden gibt es um 4,99 Euro einen Spotify Unlimited-Account, der zusätzlich auch noch einen Radio-Modus bietet. Wer jedoch auch auf seinem Mobiltelefon oder anderen Geräten außer dem Computer auf die Spotify-Musikbibliothek zugreifen will, der muss noch ein wenig tiefer in die Taschen greifen. Der Spotify Premium-Account kostet 9,99 Euro pro Monat und bietet neben den Smartphone-Apps (und davon gibt es eine ganze Menge) auch noch Offline-Zugriff sowie eine höhere Musikqualität von bis zu 320 kb/s. Auf diese Weise lässt sich die Musik auch auf einen normalen iPod übertragen, was vor allem für Sportbegeisterte äußerst wichtig ist. Zum Preis von einem Download-Album pro Monat bekommt man also unlimiterten Zugriff auf eine riesige Musiksammlung – kein schlechter Deal jedenfalls! Probiert es einfach selbst aus. (Eine Übersicht der Tarife gibt’s hier)
Anmeldung
Vor der Anmeldung sollte noch eines gesagt sein: Man braucht für Spotify in Österreich einen Facebook-Account. Diese Einschränkung wurde im Rahmen der Facebook-Kooperation eingeführt und gilt leider auch in Österreich. Im Gegenzug bekommt man einige nette soziale Funktionieren, die eindrucksvoll im Zusammenspiel mit dem Social Network funktionieren. Für Spotify selbst kann man sich hier anmelden. Nach Download des passenden Client-Programms geht es auch schon los!
App heruntergeladen, angemeldet, und jetzt?

Grundsätzlich gibt es auf der linken Seite alle wichtigen Punkte, die man für die Navigation in Spotify braucht. Neuheiten gibt einen Einblick in Neuigkeiten und Charts des Spotify-Universums. Charts lassen sich nach Land, International oder für den User persönlich generieren. So verliert man nie den Überblick, welche Lieder gerade „in“ sind. Falls man sich einmal nur von der Musik berieseln lassen will und sich nicht selbst über die Auswahl der Titel kümmern will, ist der Punkt Radio ganz interessant. Einfach ein Genre auswählen und schon geht’s los. Die Warteschlange gibt immer Auskunft über die nächsten Lieder, die abgespielt werden. Außerdem kann man gezielt neue Songs als nächstes abspielen lassen. Ein wenig versteckt ist in dieser Ansicht auch der Verlauf der bisher gespielten Lieder zu finden. Ein wichtiger Punkt von Spotify ist der soziale Aspekt (deswegen auch das obligatorische Facebook-Konto). Durch einen einfachen Klick lassen sich Tracks auch mit Freunden teilen. Solche Empfehlung landet im Postfach. Die Synchronisation mit Geräten (iPhones, Android-Smartphones, iPods, …) geht über den Menüpunkt Geräte.
Und was passiert mit meiner Musik, die ich schon auf der Festplatte habe?
Die ist natürlich auch perfekt in Spotify integriert. Die Menüpunkte Bibliothek, Lokale Dateien und Downloads widmen sich der Verwaltung der bisherigen iTunes-Bibliothek, gekauften Titeln (ja, auch das ist mit Spotify möglich). Titel darin können wie gewohnt abgespielt werden. In der Bibliothek finden sich zusätzlich noch starred – also mit einem Stern versehene Tracks.
Playlisten
Zu einer der wichtigsten/besten Funktionen von Spotify haben sich die Playlisten gemausert. Nachdem jeder User auf die komplette Musikbibliothek zugriff hat, können Playlisten auch ohne weiteres ausgetauscht und sogar gemeinsam erstellt werden. Playlisten können nicht nur mit bestimmten Freunden geteilt werden, sondern auch für die Allgemeinheit im Internet veröffentlicht werden. Eine ganze Heerschar externer Webdienste kümmert sich neuerdings um die Verwaltung der freigegebenen Musik-Listen. ShareMyPlaylists ist eine der größten und bekanntesten davon, aber es gibt auch noch eine ganze Menge anderer. Es lohnt sich auf alle Fälle einmal vorbei zu schauen. Ein paar abonnierte Playlists werten die Spotify-Experience noch einmal gewaltig auf, weil man dadurch auch viele neue Lieder entdeckt und ein abgestimmtes Musikerlebnis bekommt. Besonders zu Weihnachten könnte ich mir vorstellen, dass Weihnachts-Playlists die vorweihnachtliche Stimmung gewaltig heben :)
Facebook-Integration
Da Spotify den Social-Graph von Facebook nützt, braucht man keine lästigen Freudesanfragen versenden – gleich nach dem Einloggen werden alle Freunde in der Seitenleiste aufgelistet. Spotify präsentiert sich ja selbst als Social-Musikservice, dem wird nahezu überall Rechnung getragen. Fast alle Dinge lassen sich über Facebook, Twitter oder in Spotify direkt mit Freunden teilen. Gehörte Lieder werden auf Facebook übertragen (Achtung: Opt-Out!) und erscheinen dort im Ticker. Erspäht man dort einen Spotify-Eintrag, kann der Titel direkt über Facebook gestartet werden. Vor allem wenn man hier ein paar aktive Freunde auf Facebook hat, findet man dadurch das ein oder andere Schmankerl. Zusätzlich stellt Facebook eine Musik-Übersichtsseite zur Verfügung, die alle Aktivitäten der Freunde zusammenfasst.
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=FjAr5nGzjV8
Fazit
Das war ein erster Überblick über den neuen Stern am österreichischen Musikhimmel. Der Service ist sicherlich eine Bereicherung für Musikliebhaber und funktioniert bisher schon den ganzen Tag ohne Probleme. Mein iPhone ist schon prall gefüllt mit Offline-Playlisten und ich denke, dass Spotify für mich über kurz oder lang das mitgelieferte Apple Musik-App ablösen wird. Auf dem Desktop hat es das bereits gemacht. Vor allem auf meinem Macbook Air, wo ich sowieso sehr wenig Platz auf der SSD habe.
Andere coole Dinge rund um Spotify …
Unter diesem Punkt werde ich – sofern ich sie entdecke – coole, sehenswerte und interessante Features von Spotify vorstellen. Über zweckdienliche Hinweise würde ich mich in den Kommentaren freuen.
- Georg Holzer hat 10 super Tipps und Tricks für Spotify zusammengstellt. Solltet ihr euch ansehen!
- Auf HYPERTECHTRONIUM gibt’s einen super Trick für Reisen. In der Spotify-Sammlung finden sich auch einige Städteführer als Audio-Guide.
- Die Bibliothek ist groß. Darunter befinden sich auch wirklich wirklich wirklich schlechte Lieder/Alben. Eine Führung durch die Charts der Schlechtheit findet sich auf „The Best of the Worst of Spotify„
- Eine Anleitung, wie man peinliche Momente mit automatischen Facebook-Spotify-Shares verhindert, gibt es hier!
