Vor ungefähr zwei Wochen war ich zu Gast bei HP in Berlin und konnte neben der wunderschönen Stadt auch ein paar Neuigkeiten zu kommenden HP-Produkten kennen lernen. Am  interessantesten war dabei zweifellos der Ausblick in die Zukunft der Druckerbranche – vor allem, wenn man wie ich, nur wenig mit der Materie zu tun hat und viele neue Insights bekommt.

Das vorherrschende Thema während des ersten Vormittags war sicherlich die Trendwende hin zum Internet und zur Mobilität. Während die technologischen Fortschritte bei den Druckverfahren mittlerweile ziemlich ausgereizt sind, die Quantensprünge in nächster Zeit eher ausbleiben werden und sich in diesem Bereich nur mehr langsam etwas verbessert, müssen die Hersteller zunehmend andere Innovationen bieten, um aus der Masse herauszustechen und auf dem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Bei HP hat man sich diesbezüglich in den letzten ein bis zwei Jahren ganz auf die Konnektivität zum Internet konzentriert – und das aus einem ganz einfachen Grund: Marktanalysen sagen vorher, dass sich digitale, druckbare Inhalte rasant vermehren und in nächster Zeit zunehmend aus Online-Quellen stammen. Zusätzlich werden Smartphones und Tabletts allmählich zu vollständigen Arbeitsgeräten und es entsteht das Bedürfnis, auch von diesen Geräten drucken zu können. Im Jahr 2010 wurden erstmals mehr Tablets und Smartphones als Notebooks verkauft – Tendenz steigend. Außerdem verändert sich zunehmend auch der Arbeitsplatz bzw. der Ort des Arbeitens: Bis 2013 wird erwartet, dass 50,3 % der Mitarbeiter in Westeuropa ganz oder teilweise mobil sein werden. Die Menschen verbringen mehr Zeit außerhalb ihrer Wohnung oder des Büros, sind gleichzeitig aber immer und überall online. In Zukunft wird sich der Grund für den Ausdruck nicht ändern, der Ort jedoch schon. Für Druckerhersteller heißt es damit, dem Trend zu folgen und den Wachstum des mobilen Sektors und Internets mitzutragen.

HP möchte dem mit der Technologie ePrint gerecht werden, die das Senden von Druckaufträgen von jedem Gerät mit Internetverbindung möglich macht. Jeder ePrint-fähige Drucker wird mit einer E-Mail-Adresse ausgestattet, an die beliebige Inhalte ganz einfach per Mail von jedem Gerät gesendet werden können. Der HP-Dienst wandelt die Nachricht samt Anhänge in ein druckbares Format um und sendet es an den Drucker zuhause. „Lässt es sich mailen, lässt es sich drucken“, so ein Marketingspruch. Druckertreiber werden damit genauso wie jegliche Kabelverbindungen überflüssig. Doch ePrint ist nicht nur Drucken via E-Mail, HPs Strategie umfasst auch einige Services von Drittherstellern, die den Trend zur Mobilität ebenfalls erkannt haben. Dazu zählt vor allem die Unterstützung von Apples AirPrint-Protokoll, das Druckaufträge von allen iOS-Geräten entgegennimmt, und Google Cloud Print, wodurch Online Services Zugriff auf den Drucker erhalten.

Geht es nach HP, sollen in Zukunft alle Druckaufträge über den hauseigenen Internet-Service ablaufen – immerhin werden so Treiberprobleme und Kundenbeschwerden minimiert. Über einen speziellen ePrint-Treiber geht das schon heute:  Nutzer von Macs und Windows PCs können damit Dokumente auf dem eigenen ePrint-fähigen Drucker ausdrucken, selbst wenn sie nicht im Büro oder zuhause sind. Wird ein neuer Drucker angeschafft, entfällt eine neue Treiberinstallation, es wird einfach die Adresse des neuen Druckers in den Optionen ausgetauscht. Außerdem wird es in Zukunft vermehrt öffentliche Printstationen geben, die über ePrint angesprochen werden können. In Amerika wird dieser Service bereits seit einiger Zeit angeboten.

Und was wäre ein neues technisches Gerät nur ohne Apps? Natürlich spielen auch Apps auf den neuen Druckermodellen eine wichtige Rolle. Nach dem Siegeszug auf Smartphones, Tablets und neuerdings sogar Fernsehern, halten die kleinen Helferleins und Progrämmchen auch auf HP-Druckern Einzug. Kompatible Modelle erhalten über einen App Store allerhand Möglichkeiten auch ohne PC Inhalte auszudrucken. Seien es die neuesten Artikel einer Tageszeitung, Fotos der Facebook-Freunde oder ein Sudoku-Rätsel für die kleine Pause zwischendurch. Auch Wegbeschreibungen und Landkarten sowie Malbilder für Kinder lassen sich direkt über’s Internet am Drucker ausdrucken. Der Drucker will diese Kleinigkeiten in Zukunft in die Hand nehmen und den Computer zunehmend links liegen lassen.

HP interne Analysen haben ergeben, dass auf diese Weise bis zu 10 mal mehr Seiten gedruckt werden, wenn ein Drucker mit dem Internet verbunden ist. 40 % der Kunden, die einen Drucker mit ePrint gekauft haben, setzen den Dienst ein. Eine besonders hohe Zahl, wenn man bedenkt, dass ePrint unter der breiten Konsumer-Masse nicht sehr bekannt ist und die Funktion bzw. der Nutzen daraus wahrscheinlich erst nach dem Kauf entdeckt wurde. Über 1,5 Millionen Seiten wurden allein im Juni 2011 über ePrint gedruckt. Pro Quartal soll diese Zahl um den Faktor 10 ansteigen.  Eine rasante Entwicklung, die zeigt, wie wichtig das Thema Mobilität und Internet in der Druckerbranche ist und wie gut die Funktionen vom Kunden angenommen werden. Bis heute hat kein Mitbewerber ein ähnliches Service auf die Beine gestellt – es wird aber nur eine Frage der Zeit bleiben, bis diese auf den Zug aufspringen.