Um zu jederzeit die aktuellsten Spiele in der besten Auflösung und Grafikleistung genießen zu können, benötigt es einiges an Geldmittel und Mühe. Das ewige Aufrüsten des Computers mit High-End Grafikkarten oder Kaufen der aktuellsten Spielekonsole mit passendem FullHD-Fernseher kann mit der Zeit ganz schön auf den Geldbeutel schlagen. Das StartUp-Unternehmen OnLive aus Paolo Alto präsentiert nun die simple Lösung all dieser Probleme. „The Future of Video Games“ heißt es protzig auf der Website. Die bei der Presseveranstaltung anwesenden Journalisten dürften in der Tat ziemlich erstaunt gewesen sein, als sie den ressourcen-intensiven Ego-Shooter Crysis auf einem gewöhnlichen, alten Macbook erblickt haben – genau das soll nämlich durch OnLive zu moderaten Preisen möglich gemacht werden!

Doch wie funktioniert die scheinbare Zauberei? Das Stichwort lautet Videostreaming. Die Grafiken werden dabei nicht am Computer des Spielers berechnet, sondern über eine Internetverbindung direkt auf den Bildschirm gestreamt. Das Spiel läuft quase „in the Cloud“ auf rechenstarken Servern und nimmt die Eingaben des Spielers entgegen. Durch eine leistungsstarke Videokompression soll die Übertragung von „Wii-ähnlicher“ Auflösung bereits ab 1,5 Mbps möglich sein. HD-Inhalte funktionieren erst ab 4 oder 5 Mbps flüssig. Die Kommunikation erfolgt über die so genannte MicroConsole, ein kleines Gerät zum Preis von weniger als einer Wii-Konsole. An dieser werden dann die Ausgabegeräte sowie Gamepads und Headsets für Voice-Chat angeschlossen.

Auch die Gaming-Industrie scheint an dem Konzept schon Blut geleckt zu haben: Electronic Arts, Ubisoft, Take-Two Interactive, Warner Bros. Interactive Entertainment, THQ, Epic Games, Eidos, Atari Interactive und Codemasters sind bereits mit OnLive im Gespräch und haben ihre Unterstützung zugesichert. Klarerweise sehen die Entwickler auch positive Aspekte in dem neuartigen Service. Die teuren Spieleproduktionen werden auf einen Schlag für eine sehr große Anzahl an Kunden zugänglich, die sich normalerweise keinen Computer um mehrere Tausend Euro leisten könnten/würden. Außerdem wird das Problem mit dem Kopierschutz gleich am Schopf gepackt und eliminiert – der Spieler kommt nämlich nie wirklich in Berührung mit den Installationsdateien. Der Service wird bequem über eine monatliche Gebühr abgerechnet.

[via Engadget]
