bild-5Vor fünf Jahren gehörten Begriffe wie TCPA und Palladium noch zu den Horrorvisionen eines jeden Computerbesitzers und brachten emotionale Diskussionen über den Verantwortungsbereich der Computer-Industrie auf. Die Rede ist vom so genannten „Trusted Computing“. Die Trusted Computung Iniziative wurde damals von namhaften Firmen wie IBM, Microsoft, HP oder auch Apple ins Leben gerufen damit unter dem Deckmantel der Sicherheit entschieden werden konnte, welche Inhalten vertrauensvoll und welche schädlich bzw. unerwünscht sind. Das Problem an diesem Modell war, dass diese Unterscheidung nicht beim Benutzer selbst lag, sondern von den großen Firmen der Computer-Industrie vorgenommen wurde. Auch die Musik-, und Filmindustrie meldeten ihre Interessen an, um ein für allemal das Thema der illegalen Raukopien zu eliminieren. So wurde aus dem ursprünglichen Sicherheitsgedanken schnell eine Plattform, zum Erlauben und Verbieten von Inhalten – die Filterlisten dazu sollten praktischerweise automatisch über das Internet vom Server der Hersteller geladen werden.

Mittlerweile wurde es zum Glück ziemlich ruhig um Trusted Computing. Das TCPA-Konsortium musste 2003 zwar wegen Handlungsunfähigkeit aufgelöst werden, es wurde aber bereits als Trusted Computing Group neu gegründet. Diesmal scheinen aber nicht ganz so restriktive Zielsetzungen wie damals auf dem Tagesplan zu stehen. Obwohl Trusted Platform Module, die Hardware-Chips für Trusted Computing, in vielen Computern verbaut werden, gibt es bis dato nur einige gutwillige Einsatzmöglichkeiten. So verschlüsselt wird die Festplattenverschlüsselung Bitlocker in Windows Vista durch einen TPM-Chip unterstützt. Apple verbaut zwar in einigen Geräten solche Chips, jedoch werden sie vom Betriebssystem nicht verwendet – es existiert nicht einmal ein Treiber von Apple selbst dafür.

Wir können also alle wirklich froh sein, dass die TCPA-Visionen nicht Wirklichkeit geworden sind.