Es gibt gewisse Dinge, die mich an Twitter bis heute stören. Das größte Problem davon ist zweifelsohne, dass man in San Francisco zu glauben scheint, ohne einer Weiterentwicklung des Services immer mehr User gewinnen zu können. Der Erfolg gibt ihnen zwar noch recht, aber über längere Zeit kann das nicht gut gehen. Viele der zusätzlichen Funktionen werden zwar schon von Dritt-Entwicklern angeboten, jedoch will ich das Webinterface von Twitter nützen und von den vielen Usability-Features profitieren. Die größte sichtbare Neuerung in der letzten Zeit war die Änderung des Designs und auch das waren nahezu nur kosmetische Eingriffe. Während Twitter zwar dauernd Verbesserung im Hintergrund durchführt und es mittlerweile gschafft hat einigermaßen stabil zu laufen, kann man sich nicht nur auf die Bereitstellung des Services konzentrieren, sondern muss den Usern auch von Zeit zu Zeit etwas neues geben.
Genau das hat Facebook gestern/heute ein weiteres mal gemacht und den nächsten Schritt im Kampf gegen Twitter und Friendfeed eingeleitet. Die vorgenommenen Änderungen würde ich als direkte Angriffe auf Twitter werten, da das ganze doch schon sehr an den Dienst erinnert. Obwohl sie bereits vorher mit dem Newsfeed und den Status Updates ähnliche Funktionen geboten haben, werden diese konsequent weitergedacht und in Richtung „instant communication“ geändert.

Wie man auf dem Preview-Bild erkennen kann, wurde die neue Home-Seite von Facebook sehr auf den Newsfeed und die Status Updates von den Freunden ausgerichtet und genau hier sieht Facebook seine stärken. Die starke Verbindung mit den richtigen Freunden im Leben. Mit einem prägnanten „What’s on your mind?“ wurde das von Twitter eingeführte „What are you doing?“ übernommen und passend umformuliert. Eigentlich antworten viele Twitter-User bereits mehr der Frage von Facebook und nicht der, die bei Twitter am Seitenanfang gestellt wird. Die Nachrichten können direkt im „Publisher“ mit zusätzlichen Inhalten wie Bildern, Videos und Links angereichert werden und können so mehr Informationen übermitteln als der reine Text bei Twitter.
Die wohl wichtigste Funktion, die man bei Twitter noch immer vermisst, befindet sich bei Facebook ab sofort auf der linken Seite. Status-Nachrichten lassen sich nach Freundes-Gruppen filtern und einteilen. Man sieht nur jene Updates, die man zur Zeit anfordert und lesen möchte. Zusätzlich wurden die Application-Bookmarks von der unteren Leiste entfernt und direkt unter die Filteroptionen platziert. Die letzte große Änderung bezieht sich auf die Profile und Business Pages. Diese verbrachten bis vor kurzem ein getrenntes Dasein und hatten nicht viel gemeinsam. Diese werden miteinander verschmolzen und auch gewerbliche Nutzer kommen endlich in den Geschmack von Status Updates – ähnlich wie bei Twitter!

Zusammen mit Facebook Connect, das ich übrigens als eine der größten Innovationen auf dem Markt in der letzten Zeit ansehe, könnte sich Facebook schön langsam wirklich als die Zentrale Stelle für Informationen über Freunde und Bekannte im Internet entwickeln. Man bekommt die Möglichkeit die Aktivitäten seiner Freunde nicht nur auf Facebook, sondern im gesamten Web, zu verfolgen und immer auf dem Laufenden zu sein. Natürlich nur sofern diese das wollen.
