Seit einem Monat trainiere ich sehr häufig und aktiv für den TUI Marathon in Mallorca. Eines der ersten Dinge, die wir zum Erstellen des Maßgeschneiderten Trainingsplans gemacht haben war der Laktat-Test beim Cricketplatz im Prater. Dort wurde das individuelle Leistungsniveau festgestellt und ein Trainingspuls ermittelt, den es in den kommenden Wochen/Monaten einzuhalten gilt. Nachdem ich bisher immer der Meinung war, dass ich auf eine Pulsuhr verzichten kann, bin ich schließlich an dem Punkt angelangt, wo es ohne Pulsmesser nicht mehr geht.
Solche Gadgets zu kaufen ist bei mir kein leichtes Unterfangen. Da gehen meistens mehrere Tage durch stundenlanges Herumsuchen im Internet, Lesen von Reviews und Vergleichen verschiedenster Produkte drauf. Bis ich dann irgendwann zu einer Entscheidung komme. In dem Fall der Pulsuhren war das dann Polar FT4.
Ich habe bewusst ein eher einfaches Einstiegsmodell gewählt, weil ich viele Features der höherpreisigen Modelle schlichtweg nicht brauche. Meine Trainings zeichne ich bereits mit Nike+ auf und der optimale Trainingspuls wurde bei dem Laktat-Test ermittelt – dementsprechend brauche ich keine (umfassenden) digitalen Coaching-Features und auch keine GPS-Aufzeichnung samt Synchronisation mit einem Internet-Service. Ich benötigte eine Pulsuhr, bei der ich eine Trainingszone einstellen kann, die schnell und einfach zu bedienen ist und zuverlässig funktioniert. Neben diesen Must-Have-Kriterien war mir außerdem ein möglichst kleines Uhren-Gehäuse wichtig, weil meine Hände eher klein sind und ein Textil-Brustgurt, der ein angenehmeres Tragegefühl bietet als ein Gummi-Gurt. Spätestens nach diesen zwei Kriterien hat sich die Polar FT4 gegen die anderen Mitbewerber in dem Preissegment durchgesetzt.

Beim ersten Einschalten muss man sich ein wenig Zeit nehmen und einige Einstellungen durchgehen. So müssen Sprache, Datum, Uhrzeit und ein paar persönliche Dinge wie Gewicht, Größe, Geschlecht und Alter eingeben werden. Aus diesen Daten errechnet die Pulsuhr später den genauen Kalorienverbrauch und die optimale Pulsfrequenz für das Training. Diese kann aber wie in meinem Fall anschließend natürlich wieder geändert werden. Obwohl die Einstellungen leicht von der Hand gehen, sollte man trotzdem einen kurzen Blick ins (zugegebenermaßen sehr kurze) Handbuch werfen. Dort bekommt man einige Tipps zur Bedienung und Handhabung.
Vor dem Training sollten die Elektroden des Brustgurtes mit ein wenig Wasser befeuchtet werden, damit der Sender den Puls besser erfassen kann. Zwar hat es bei mir auch ohne Befeuchtung funktioniert, ich gehe aber lieber auf Nummer sicher und mache ihn kurz nass bevor ich ihn anlege. Den Gurt unterhalb der Brustmuskeln eng anlegen sodass die Sendeeinheit aufrecht und mittig auf der Brust positioniert ist. Der Gurt sollte jedoch nicht so eng gestellt sein, dass es unangenehm ist.
Dann kann es auch schon losgehen und man bekommt nach einigen Sekunden die Pulsfrequenz auf dem Display angezeigt. Bei anderen Modellen habe ich gelesen, dass die Zeit bis zum ersten Erkennen der Herzfrequenz bis zu einer halben Minute lang dauern kann. Dies scheint zumindest bei der Polar FT4 nicht zuzutreffen. Hier funktioniert die Erkennung sehr flott und zuverlässig. Während dem Training kann man zwischen drei Ansichten wählen. Eine allgemeine Übersichtsanzeige mit grafischem Zielzonen-Indikator, eine Ansicht, wo die Herzfrequenz groß dargestellt wird und eine mit der aktuellen Uhrzeit. Unter Tags verwende ich meistens die allgemeine Übersichtsanzeige. Am Abend und bei schlechten Lichtverhältnissen wechsle ich aufgrund der besseren Lesbarkeit dann auf die Puls-Only-Ansicht. Gerade in der Nacht hat die Polar FT4 ein sehr cooles Feature: Mit der Heart Touch-Funktion kann durch Berühren des Sensors mit der Uhr das Licht sowie die aktuelle Uhrzeit und Herzfrequenz angezeigt werden. Das geht wesentlich einfacher als den Beleuchtungs-Button zu drücken.
Fazit
Ich bin mit der Polar FT4 wirklich zufrieden. Die kleine Uhr passt perfekt zu meinem Handgelenk und die Features reichen mir absolut aus. Lediglich die Schrift auf dem Display könnte vor allem bei Dämmerung (in der Nacht funktioniert die Beleuchtung besser) ein Stück besser erkennbar sein. Der Textilgurt ist angenehm zu tragen und der Sensor erkennt den Puls zuverlässig und schnell. Wer also keine besonderen Anforderungen, wie GPS oder Internet-Sync, an seine Pulsuhr stellt sollte mit der Uhr zufrieden sein. Auf eines sollte man beim Kauf noch aufpassen: Von der Polar FT4 gibt es sowohl eine Männer- als auch eine Frauen-Version. Diese unterscheiden sich bezüglich der Größe des Armbands und sind anhand der Bezeichnung erkennbar: FT4M (Männer) und FT4F (Frauen). Die Polar FT4 ist derzeit bei Amazon um 50-60€ (Affiliate-Link*) erhältlich.
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