Das Sony Xperia Z zählt neben dem Galaxy S4 von Samsung, dem LG Optimus G und dem HTC One zu den Top-Highend Android-Smartphones im ersten Halbjahr 2013. Das dünne Smartphone hat alles, was derzeit in einem Flagschiff-Produkt stecken muss und zeigt, dass heutige Smartphones ganz und gar nicht wasserscheu sein müssen. Dank A1 durfte ich das LTE-Smartphone einige Zeit verwenden und herausfinden, ob es hält was es verspricht.
Hardware
Das Sony Xperia Z setzt den Trend der letzten Jahre konsequent fort und hat bei der Displaygröße noch einmal eins draufgesetzt. Ein 5 Zoll Display mit FullHD-Auflösung prangt an der Vorderseite des Geräts. Dank der hohen Auflösung lassen sich überhaupt keine einzelnen Pixel mehr erkennen und der Bildschirminhalt wird gestochen scharf dargestellt. Es ist aber fraglich inwieweit man bei normaler Nutzung einen Unterschied zu 720p ausmachen kann, da man sowieso stets einen gewissen Abstand zum Display einhält.
Obwohl der Bildschirm das eigentliche Highlight des Xpera Z sein sollte, kann er bei der Farbdarstellung nicht überzeugen. Legt man es direkt neben andere Smartphones in dieser Preisklasse, so fällt beim Xperia Z eine Art Grauschleier auf, der sich über die normal sehr kräftigen Farben der App Icons legt. Da hilft auch die Mobile BRAVIA Engine 2 nichts. Damit soll die Bildqualität vor allem bei Fotos und Videos verbessert werden. Schade, dass Sony das scharfe Display mit einer so schlechten Farbdarstellung verpatzt hat.
Auf der Rückseite befindet sich eine 13 Megapixel Kamera, die zwar von der Megapixel-Anzahl beachtlich wirkt, aber ihre Stärken nicht ausspielen kann. Zoomt man weit in die Fotos hinein, merkt man Unschärfen bei den Details. Ansonsten sind die Fotos was die Farben betrifft auf einem guten Niveau. Spannend wird das Xperia Z im Video-Modus. Durch den Sony Exmor RS-Sensor kann es als erstes Smartphone auch Videos im HDR-Modus aufnehmen. Dadurch erzielt man auch bei starkem Gegenlicht und schwierigen Lichtverhältnissen mit grellem Licht und Schatten noch gute Videoaufnahmen.
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Im Inneren des Sony Xperia Z arbeitet ein Quad-Core 1,5 GHz Snapdragon S4 Pro-Chip und sorgt für eine gehörige Portion Rechenpower. Unterstützt wird dieser von 2 GB Arbeitsspeicher und einer starken Adreno 320 GPU. Mit dieser Ausstattung sollten selbst graphisch aufwändige Spiele und rechenintensive Apps kein Problem sein. Das Android-Betriebssystem selbst profitiert auch spürbar von der Hardwareleistung. Apps starten schnell und die meiste Zeit läuft alles ohne Lag oder Ruckeln. Das Xperia Z hat 16 GB integrierten Speicherplatz, der mittels SD-Karte um bis zu 64 GB erweitert werden kann.
Sony setzt beim Xperia Z auf viel Glas. Die komplette Vorder- und Rückseite sind mit Glas versehen. Die Ränder wurden mit Plastik gestaltet, was aber trotzdem sehr hochwertig wirkt. Das Gerät selbst ist nur 8,6 Millimeter dünn und angenehm leicht. Wegen seiner Größe, der quadratischen Form und den harten Ecken liegt es jedoch nicht so gut in der Hand wie andere Smartphones. Auffallend ist, dass das Xperia Z keine offenliegenden Anschlüsse oder Ports hat. Diese sind unter kleinen Klappen auf der Seite versteckt, was vor allem bei häufigem Aufladen etwas nerven kann. Auch der Kopfhöreranschluss wurde auf diese Weise versteckt. Ich hatte zugegeben etwas Angst, dass die Klappe in meiner Hosentasche abreist, wenn man das Handy im Kopfhörerbetrieb einsteckt.
Das positive an der Sache ist jedoch, dass dem Xperia Z der sporadische Kontakt mit Wasser gar nichts ausmacht. Das Gerät kann ruhig einmal unter fließendem Wasser gewaschen werden oder einen Tauchgang in der Badewanne machen. Alles kein Problem dank den Schutzklassen IP55 und IP57, wodurch es bis zu 30 Minuten unter Wasser und auch direkte Wasserstrahlen aushält. Während Wasser für andere Smartphones pures Gift darstellt, fühlt sich das Xperia Z sichtlich wohl im nassen Terrain.
Bei der Verarbeitungsqualität gibt es nicht auszusetzen. Sony hat hier ganz Arbeit geleistet und ein solides Gerät produziert. Einzig die Platzierung des Lautsprechers ist meiner Meinung nach etwas misslungen. Dieser befindet sich nämlich auf der rechten unteren Seite und wird dadurch oft vom eigenen Handgelenk verdeckt. Das resultiert in einem gedämpften Sound. Aber wie hat Steve Jobs damals so schön gesagt: You’re holding it wrong! ;-)
Ähnlich wie andere aktuelle Smartphones unterstützt das neue Sony-Flaggschiff alle üblichen Kommunikationsstandards. Darüber hinaus bietet es LTE als Ultra-Highspeed-Verbindung, Bluetooth 4.0, DLNA und einen NFC-Chip. Vor kurzem habe ich LTE in Wien getestet. Wie sich das Netz in der österreichischen Bundeshauptstadt verhält, könnt ihr hier nachlesen.
Software
Das Sony Xperia Z wird mit Android 4.1.2 Jelly Bean ausgeliefert. Ein Update auf die aktuelle Version 4.2.2 soll aber angeblich bald zur Verfügung stehen. Zwar hat Sony auch eine eigene Oberfläche für Android entwickelt, diese ist aber dezent (und schön) genug, dass sie mir nicht wie bei anderen Herstellern negativ aufgefallen ist. Das Smartphone wird ebenfalls mit einer ganzen Reihe Sony-eigener Apps ausgeliefert, die aber für den normalen Smartphone-Nutzer wenig Zusatznutzen bieten. So gibt es zum Beispiel eine Sony WALKMAN App, die den Standard Musik-Player ersetzt.
Für jemanden, der sein Handy oft im Auto verwendet, gibt es eine eigene Sony Auto-App. Diese erleichert die Bedienung in einer Docking-Halterung im Auto. Große Buttons und ein reduziertes User Interface bieten schnellen Zugriff auf die Navigations- und Telefon-Funktionen. Außerdem kann man sich seine eigenen Shortcuts anlegen und das Auto-Dashboard so ganz nach den eigenen Wünschen konfigurieren.
Fazit
Das Sony Xperia Z ist zwar ein gutes Smartphone, hinterlässt aber irgendwie einen bitten Nachgeschmack. Fast überall gibt es etwas auszusetzen, auch wenn es oft nur Details sind. Aber auch Details machen in ihrer Gesamtheit etwas aus. Wirklich cool ist die LTE-Funktion – sofern man einen passenden Tarif hat – und die Wasserfestigkeit. Wenn man bedenkt, wie viele Smartphones auf Grund eines umgeschütteten Glases in den Elektronik-Himmel geschickt wurden, kann man Sonys Bemühungen hier nur danken. Überraschend war auch der Akku. Eigentlich sollte man erwarten, dass ein so großes Display und viel Rechenpower den Akku deutlich unter einem Tag auffressen. Bei moderater Nutzung und ein wenig Energy-Management kommt man aber locker einen Tag, wenn nicht 1,5 Tage durch. Natürlich darf man dazu nicht die Displayhelligkeit auf 100% einstellen ;-)









